Am 22. Juni dieses Jahres hatte die Königliche Dänische Luftwaffe zu einem Flugtag auf die mit 2900 Hektar größte Luftwaffenwaffenbasis Westeuropas auf Jütland nach Karup eingeladen. Hier ist das dänische Hubschraubergeschwader mit der Eskadrille 722 - EH101 "Merlin", Eskadrille 723 - "Lynx" Mk. 90B und der Eskadrille 724 mit dem Hubschrauber AS-550 "Fennec" sowie einer Flugschule mit T-17-Schulflugzeugen stationiert.

Auf Jütland sind dann noch die Transportfliegerkräfte mit Lockheed Martin C-130J und Bombardire "Challenger" 604 im nördlichen Aalborg und im südlich gelegenen Skrydstrup ist das Kampfgeschwader mit den Staffeln 727 und 730 untergebracht, das mit Lockheed Martin F-16AM ausgerüstet ist.

Um die Größe des Geländes zu erfassen, musste man vom nördlichen Zugang bis zum westlichen Eingang immerhin zwölf Kilometer mit dem Auto hinter sich bringen. Nach der Besetzung Dänemarks wurde 1940 durch die deutsche Luftwaffe diese Basis als Stützpunkt für Abfangjäger gegen die alliierten Bomberverbände geschaffen und bis zum Kriegsende genutzt.

Heute verfügt die Basis über vier Asphaltbahnen mit einer Länge von knapp 3000 Metern und einer Grasbahn mit 2800 Metern Länge. Außerdem beherbergt der Flugplatz - ähnlich wie bei uns in Laage - einen zivilen Nutzer, der jährlich über 300000 Fluggästen von und zur der Hauptstadt Kopenhagen befördert.

So etwa ab 8.00 Uhr bewegten sich die ersten der rund 100000 Menschen auf dem Flugplatz. Wie es in Dänemark üblich ist, mit Kinderwagen, Kamera und "Bollerwagen", beladen mit Hockern, Stühlen, Decken, Getränken (alkoholische und nichtalkoholische) sowie den wunderlichsten Speisen. Es breitete sich so langsam eine gemütliche Volksfeststimmung aus.

Sie alle wollten die 46 Programmpunkte innerhalb der 6,5-stündigen Vorführungen sehen und ihre Sonntagsunterhaltung genießen. Es war keine Pause im Programm vorgesehen. Das Statik Display wurde von der dänischen allgemeinen Luftfahrt gestaltet und
natürlich den Luftwaffen Dänemarks, Belgiens, Tschechiens, Englands, Polens, Serbiens und der USA. Das Besondere dieser Show war der neue Abfangjäger von Lockheed Martin F-35 aus den USA.

Jeder Däne musste ihn begutachten oder er flog ihn in einem der Cockpits virtuell selbst. Er war vom Anfang an durch das Publikum dicht umlagert. Aber auch in der Luft hatte jede Luftwaffe etwas zu zeigen. Der absolute Renner waren da schließlich zum Schluss der Veranstaltung die "Red Arrows". Sie flogen nicht nur schnell und eng, sondern auch sehr präzise wie das Foto mit dem durchstoßenen Herzen beweist. Sie machten das große Areal zu einer gewaltigen Bühne ihrer einzelnen Elemente und zeigten auch in der Entfernung die neue Gestaltung ihrer Figuren. Sie flogen zu neunt, zu fünft und einzeln und ließen dabei weder positive noch negative g-Kräfte außer Acht. Als sie schließlich nach 20 Minuten landeten, wurden sie vom begeisterten Publikum mit Applaus überschüttet.

Aber auch die polnische ISKRA-Staffel hatte ihre Sache ordentlich und präzise über die Runden gebracht. Mich bewegte eigentlich der fliegerische Vergleich zwischen der dänischen F-16, der tschechischen "Gripen", der finnischen F-18 "Hornet" und der "Super Hornet" - der F-18 aus den USA, mit dem deutschen EUROFIGHTER. Es war der 30+01 vom Taktischen Luftwaffengeschwader 31 "Boelcke". Wer der Pilot war, weiß ich nicht. Vermutlich ein Pilot des Herstellers - aber was der Mann mit diesem Vogel gemacht hat, dass war hervorragend und begeisternd.

Die Rollen, der langsame Flug mit hohem AOA, der steile Steigflug - aber auch die engen und schnellen Radien waren besonders beeindruckend und zeigten das große Potenzial dieses Fliegers. Die "Gripen", "Hornet" und "Falcon" wirkten dagegen doch mehr wie "Geradeausflieger". Ihnen fehlten die hohe Wendigkeit und die engen Radien in den geflogenen Bogen. Neben einem wunderschönen Überflug von neun sternförmig geordneten dänischen F-16AM war wenig später ein Angriff auf
das Flugplatzgelände innerhalb von zwei Minuten vor den begeisterten Dänen abgebrannt.

Eine "Herkules" überflog das Flugfeld aus dem 20 Fallschirmjäger absprangen und aus einer weiteren Maschine wurden mit Motorrädern ausgerüstete Luftlandetruppen abgesetzt. Zum Schluss zogen fünf T-17-Schulflugzeuge mit drei Hubschraubern "EH-101", einem "Lynx" und zwei AS-550 "Fennec" des Hubschraubergeschwaders mit Stolz wehender dänischer Flagge mehrfach über das Gelände und beendeten damit die Airshow. Ein interessanter Flugtag war beendet.

Peter Heiner

Schwaan
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