Als wir 13 Rostocker im Januar das Taktische Luftwaffengeschwader 73 "Steinhoff" besuchten, war den lieben langen Tag außer einer Bombardier 2000 der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung nichts Fliegerisches zu sehen. Es flog keiner, es war Nebel. Nun aber im September hofften wir auf besseres Wetter und vor allem auf gutes fotografierfähiges Licht.

Und als wir am Morgen an der Wache mit weiteren insgesamt rund 50 vorwiegend niederländischen Spottern antraten, sah der Tag hell und freundlich aus.

Es war Nachtfliegen angesagt und das hieß, die Fliegerei beginnt mit dem ersten Turn gegen 11:00 Uhr. Oberstabsfeldwebel Heinz Dieter Nitz hatte im A-Bereich mit einer Besichtigung der EUROFIGHTER in mehreren Sheltern und der Traditionsmaschine F-4F PHANTOM am Gebäude der 2./Fliegenden Staffel für Abwechslung gesorgt. Dann war es soweit und wir verlegten zu den B-Sheltern, auf den Rasen zwischen Taxiway und Runway in Höhe der Startfläche, um gegenüber der Last Change den Start gut beobachten zu können. Jeder der Spotter war bemüht, die richtige Position zu finden, um so nah wie möglich an dem Flieger zu sein, um zu fotografieren oder zu notieren, was sich da so abspielt. Mich erinnerte das an einen Besuch des AVIATROM in Amsterdam. Dort sah ich ein einhundert Jahre altes Plakat aus Großbritannien, auf dem britische Airships und Aeroplane den gegnerischen Deutschen mit dem Hinweis gegenüber gestellt wurden, bei Erkennen eines gegnerischen Luftfahrzeuges sich sofort in den nächstgelegen Keller zu begeben und keine nicht explodierte Bombe anzufassen. Und zweitens wurde aufgefordert, bei Sichten eines gegnerischen Flugobjektes per Telefon der nächsten Marine-, Militär- oder Polizeidienststelle die Uhrzeit, die Flugrichtung und den Flugzeugtyp mitzuteilen. Damit war der Beginn des heutigen Planespottings schon im Ersten Weltkrieg gegeben, den heute tausende Menschen in aller Welt betreiben. Nach dem Mittagessen wurden vom gegenüberliegenden Platz zwei Landungen fotografiert, um bis
zum nächsten Start (ohne zu Fotografieren) in die Halle 222 einen Blick zu werfen. Nachdem danach in einigen B-Sheltern die "EFchen" betrachtet waren, wurden die Traditionsmaschinen MiG-23 ML, Canadair F-86 SABRE, die Fiat G-91 und die in einem Shelter untergebrachte Su-22 bis zum nächsten Start besucht. Und dann kam es, das zur Mittagszeit angekündigte Regentief mit voller Wucht. Trotzdem marschierte die Mehrzahl der Spotter durch nasses Gras und viel Regen von oben und wenig Fotografierlicht von unten zum Startvorgang an alter Position. Tage später fand ich im www.Flugzeugforum.de bei dem Flugplatz Laage auf den Seiten 120 und 122 das Ergebnis von "Spotterday".

Der Leipziger Spotter Christian Pusch hat dort zwei Videos und jede Menge hervorragender Fotos vom Spottertag veröffentlicht. Es lohnt sich diese anzusehen. Jeder der anwesenden Spotter wird also sein Foto und seine Kennung gefunden haben, da bin ich mir sicher. Und ich finde letztlich, dass Nebel schlechter ist als Regen und stelle meinen am Nachmittag während des Regens aus dem Autobus heraus fotografierten EUROFIGHTER 30+73 gern an das Ende dieses Berichtes und bedanke mich artig im Namen von rund 50 Spottern beim Taktischen Luftwaffengeschwader 73 "Steinhoff" für den erlebten interessanten Tag.

Peter Heiner, Schwaan
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