Am 30. Oktober 2014 führte das Taktische Luftwaffengeschwader 73 "Steinhoff" einen Truppenbesuch für siebzehn Jugendliche im Alter von 17-23 Jahren durch. Hauptfeldwebel Jan Seemann begrüßte die Teilnehmer mit einem Geschwadervortrag. Anschließend wurden eine Geschwaderrundfahrt und die Besichtigung des Towers durchgeführt.

Beruf Pilot steht ganz oben

Etwa 70 Prozent der Teilnehmer wollen als Pilot und somit im fliegerischen Dienst tätig werden. Für Niklas aus Thuine, 18 Jahre, ist es ein Traum, der bald in Erfüllung gehen soll: "Ich habe mir die ersten Eindrücke im Cockpit einer Boing 767 im Urlaub geholt, seitdem ist es mein Ziel, Pilot zu werden." Auch wenn ihm noch einige Tests und Prüfungen bis zur möglichen Ausbildung bevorstehen, ist er optimistisch: "Ich liebe die Herausforderung etwas zu erreichen, was kaum zu schaffen ist." Auch Nico aus Celle, 19 Jahre alt, interessiert sich für den fliegerischen Dienst. Seinen Kontakt zum Fliegen erhielt er aus dem Flugzeugmodellbau. Finn und Tim, aus Emden und Rahden, sind technikbegeistert und interessieren sich vor allem für den Werdegang eines Fluggerätemechanikers.

Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, wobei die eine sich dem fliegerischen Teil und die andere der technischen Seite widmete.

Endlich fliegen

Für alle fliegerisch Interessierten ging es nun in Begleitung von Hauptmann Frank Röchow (31), EUROFIGHTER-Pilot im Verband, in den Simulator. Nach einer kurzen Vorstellung und einer Einweisung bestand nun die Möglichkeit für alle, einen EUROFIGHTER simuliert zu fliegen. Als erstes nutzte Michel die Möglichkeit, einen Flug über Mecklenburg-Vorpommern zu machen. Nach einer geglückten und sicheren Landung verließ er strahlend den Simulator: "Ganz schön eng in so einem Cockpit mit so viel Technik; großer Jet kleines Cockpit." Nach weiteren Flügen der Teilnehmer ging es nun zum Mittagessen in die Truppenküche.

Gut gestärkt konnten beide Gruppen, beindruckt von Leistung und Sound, die
EUROFIGHTER live starten sehen. Im Anschluss ging es für die "Jungpiloten" in die 2./Fliegende Staffel. Hier stellte Hptm Röchow seinen persönlichen Werdegang mit Ausbildung in den USA ausführlich dar. Interessant waren vor allem die Beschreibung eines eventuellen Notausstieges und die Vorstellung seiner persönlichen Pilotenausrüstung, wie Helm mit Maske, Weste und Hose.

Vom Technikfan zum Technischen Offizier und Fluggerätemechaniker

Für den Bereich Technik wurden fünf unserer Truppenbesucher von Oberleutnant David Sontheimer aus der Wartungs- und Waffenstaffel begrüßt. Zusammen mit dem angehenden Zweiten Wart Oberfeldwebel Benjamin Sommer ging es nun in die "Boxengasse" und in die "Sixpacks", den Abstellhallen für die EUROFIGHTER. OLt Sontheimer gab nun einen kurzen technischen Rundumblick zu Steuerung, Antrieb und Bewaffnung. Interessiert fragte Finn wie lange seine Ausbildung zum Fluggerätemechaniker, Fachrichtung Flugwerk und Antrieb, bis heute gedauert hat. "Dreieinhalb bis vier Jahre dauerte meine Ausbildung bis jetzt", so Sommer. Hochkomplexe Systeme und die neue Generation von Flugzeugen machen eine intensive und hochwertige Ausbildung notwendig. Weiter ging es nun in die größte Einheit am Standort. Die Instandsetzungs- und Elektronikstaffel. Hier wurden die fünf Technikbegeisterten vom Technischen Offizier Hauptmann Guido Lange sowie dem Oberfeldwebel Sebastian Steiner aus der Fachgruppe Rettungssysteme begrüßt.

"Willkommen in der Formel Eins der Luft", so Lange. Er stellte Gemeinsamkeiten der zivilen und militärischen Luftfahrt verständlich dar, unterstrich jedoch, dass die Technik am EUROFIGHTER deutlich leistungsfähiger und komplexer ist. "Auch persönliche Fragen sind hier und heute erlaubt", so Lange und Steiner. Finn nutzte die Chance und wollte wissen, ob sie nochmal zur Bundeswehr gehen würden. "Jedes Mal wieder", so Steiner. Er selbst hat gerade seine Dienstzeit auf 25 Jahre verlängern können und sei stolz darauf, hier arbeiten zu dürfen. Einblicke in die Instandsetzungshalle und in die Fachgruppe Flugausrüstung zeigten den Jugendlichen Bereiche eines Fluggerätemechanikers
auf. "Alles sehr, sehr interessant", so Max.

Ein spannender Tag endet

Beeindruckt von den Impressionen und Informationen fanden die beiden Gruppen wieder zusammen und nahmen alle leicht erschöpft zum Resümee des Tages im Hörsaal Platz. Sicher ist: "Wir wollen zur Bundeswehr", so die Teilnehmer des heutigen Truppenbesuches. Oberstabsfeldwebel Heinz-Dieter Nitz, Hauptfeldwebel Jan Seemann und Oberstabsgefreiter Sebastian Müller verabschiedeten alle Teilnehmer und wünschten viel Glück für die berufliche Zukunft.

HptFw Jan Seemann

Stab TaktLwG 73 "S"

Bilder: OStGefr Sebastian Müller, Stab TaktLwG 73 "S"
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